Was ist in einem Kaleidoskop drin?
Ein Kaleidoskop ist ein Rohr. Wenn man es aufschneiden würde, fände man drei Dinge:
- Spiegel: drei lange, schmale Spiegel. Sie stehen so zueinander, dass sie ein Dreieck bilden – wie ein kleines Zelt.
- Bunte Teilchen: Am Ende des Rohrs liegen in einer kleinen Kammer Perlen, Glassteinchen oder Plastikschnipsel.
- Ein Guckloch: Am anderen Ende schaust du hinein.
Wie entstehen die Muster?
Stell dich einmal zwischen zwei Spiegel, zum Beispiel beim Friseur. Du siehst dich ganz oft – immer kleiner, bis ganz weit hinten. Das passiert, weil ein Spiegel dein Spiegelbild in den anderen Spiegel wirft, und der wirft es wieder zurück.
Im Kaleidoskop ist es genauso. Die paar bunten Teilchen am Ende werden von den Spiegeln so oft hin- und hergespiegelt, dass aus ihnen ein ganzer Stern wird. Du siehst also gar nicht viele Teilchen – du siehst ein paar Teilchen ganz oft.
Und wenn du drehst? Dann purzeln die Teilchen durcheinander und liegen anders. Die Spiegel machen daraus sofort einen neuen Stern. Weil die Teilchen nie wieder genau gleich fallen, siehst du nie zweimal dasselbe Bild.
Versuch: Zauber mit zwei Spiegeln
Du brauchst:
- zwei kleine Spiegel (zum Beispiel Taschenspiegel)
- Klebeband
- eine kleine Figur, einen Legostein oder eine Münze
So geht es:
- Lege die Spiegel nebeneinander und klebe sie an einer Seite zusammen, sodass du sie wie ein Buch auf- und zuklappen kannst.
- Stelle das „Spiegelbuch“ auf den Tisch und die Figur hinein.
- Klappe das Buch weit auf. Wie viele Figuren siehst du?
- Jetzt klappe es langsam zu. Was passiert?
Je enger die Spiegel stehen, desto mehr Figuren erscheinen im Kreis! Genau so ist ein Kaleidoskop gebaut.
Wer hat das Kaleidoskop erfunden?
Das war ein Forscher aus Schottland. Er hieß David Brewster und lebte vor ungefähr 200 Jahren. Eigentlich hat er erforscht, wie sich Licht verhält. Dabei hat er mit Spiegeln experimentiert und gemerkt, wie schön die Spiegelbilder aussehen. 1817 bekam er ein Patent für seine Erfindung. Danach wollten plötzlich alle ein Kaleidoskop haben – in London und Paris wurden in wenigen Monaten riesig viele verkauft.
Den Namen hat Brewster sich selbst ausgedacht. Er kommt aus dem Griechischen und bedeutet ungefähr: „Schöne Formen anschauen“.
Fragen zum Weiterdenken
- Warum muss man das Kaleidoskop zum Licht halten?
- Was passiert, wenn man nur zwei Spiegel nimmt statt drei?
- Welche Buchstaben sehen im Spiegel genauso aus wie vorher? (Tipp: A, H, O …)
- Wo findest du im Alltag Muster, die wie im Kaleidoskop aussehen? (Schneeflocken, Blumen, Kirchenfenster …)
Für Eltern und Lehrkräfte: Die ausführliche Erklärung mit Spiegelwinkeln steht unter Wie funktioniert ein Kaleidoskop? – eine Bastelanleitung für Kinder unter Kaleidoskop mit Kindern basteln.
Nie mit dem Kaleidoskop in die Sonne schauen – das ist schlecht für die Augen!
Was ist ein Teleidoskop?
Ein Teleidoskop ist ein Kaleidoskop ohne bunte Teilchen. Vorne sitzt stattdessen eine durchsichtige Kugel, wie eine große Murmel. Wenn du hindurchschaust, siehst du keine Perlen, sondern das, worauf du zeigst – deine Hand, das Fenster, deinen Hund. Die Spiegel machen daraus ein Muster. Probier es aus: Zeig mit dem Teleidoskop auf etwas Buntes und dreh dich langsam im Kreis. Jede Sekunde ein neues Bild!
Kleines Kaleidoskop-Quiz
- Wie heißen die Dinge, die im Kaleidoskop die Muster machen? – Antwort: Spiegel
- Aus welchem Land kam der Erfinder? – Antwort: Schottland
- Was brauchst du, damit du etwas siehst? – Antwort: Licht
- Was passiert, wenn du drehst? – Antwort: Die Teilchen fallen neu, es entsteht ein neues Bild.
- Wie viele Zacken hat der Stern, wenn die Spiegel ein Dreieck bilden? – Antwort: Sechs
Häufige Fragen
Warum sieht man im Kaleidoskop immer andere Bilder?
Weil die bunten Teilchen beim Drehen neu fallen und die Spiegel daraus jedes Mal einen neuen Stern machen.
Wie viele Spiegel sind in einem Kaleidoskop?
Meistens drei, manchmal zwei oder vier.