Glas und Acryl haben scharfe Kanten. Beim Schneiden Schutzbrille und Handschuhe tragen, Kanten mit Schleifpapier brechen. Diese Anleitung richtet sich an Jugendliche und Erwachsene.
Material
- 3 Spiegelstreifen aus Acrylspiegel (2 mm) oder Glas-Oberflächenspiegel, z. B. 3,5 × 20 cm
- 1 Rohr mit 5 cm Innendurchmesser, 22 cm lang: Holz, PVC-Abflussrohr, Aluminium oder Pappe mit fester Wandung
- 2 runde Scheiben für die Kammer: 1 × klar (Acrylglas oder Glas), 1 × satiniert (Milchglas oder satiniertes Acryl)
- 1 Distanzring, ca. 8 mm hoch (aus einem Rohrstück oder mehreren Lagen Karton)
- Füllung: Glasperlen, Glassplitter mit geschliffenen Kanten, dichroitisches Glas, Draht-Spiralen
- schwarzes Gewebeklebeband, Zweikomponenten- oder Acrylkleber, Moosgummi oder Schaumstoff zum Polstern
- optional für Ölkammer: Glycerin oder klares Babyöl, Silikon zum Abdichten
1. Spiegel zuschneiden
Acrylspiegel lässt sich mit einem Cutter anritzen und über eine Tischkante brechen; viele Baumärkte schneiden auch zu. Glasspiegel schneidet man mit einem Glasschneider. Wichtig: Alle drei Streifen müssen exakt gleich breit sein, sonst schließt das Dreieck nicht und das Muster zeigt Brüche. Die Schutzfolie bleibt bis zum Schluss auf der Spiegelseite.
2. Prisma verbinden
Die drei Streifen mit der Spiegelseite nach innen zu einem Dreieck stellen. Tipp: Zwei Streifen liegen flach auf dem Tisch, Kante an Kante mit einem Spalt von der Materialstärke, außen mit Klebeband verbunden; dann den dritten aufsetzen und das Dreieck schließen. Kontrollblick durchs Prisma: Die Muster müssen an den Kanten nahtlos ineinanderlaufen. Außen mehrfach mit schwarzem Gewebeband umwickeln.
3. Ins Rohr einsetzen
Das Prisma mit Schaumstoff oder Moosgummi umpolstern, sodass es fest und mittig im Rohr sitzt. Vorne sollte es bündig am Okular enden, hinten etwa 1 cm vor dem Rohrende – dort sitzt die Kammer.
4. Okular
Eine runde Scheibe aus Holz, Kunststoff oder festem Karton mit einem Loch von 6–8 mm aufsetzen. Wer mag, klebt eine kleine Lupe (Leselupe, Brennweite passend zur Prismalänge) dahinter – das vergrößert das Bild.
5. Kammer bauen
- Klare Scheibe direkt hinter dem Prisma einkleben.
- Distanzring aufsetzen.
- Füllung einlegen: Die Kammer etwa zur Hälfte füllen. Mische große und kleine Teile, helle und kräftige Farben, einige lange Formen wie Glasstäbchen.
- Satinierte Scheibe aufsetzen und rundum verkleben oder mit einem Schraub- oder Steckdeckel halten, wenn die Füllung wechselbar bleiben soll.
Variante: Ölkammer
Für fließende Bilder wird die Kammer mit Glycerin oder klarem Öl gefüllt. Sie muss dann absolut dicht sein: beide Scheiben mit Silikon einsetzen, aushärten lassen, über eine kleine Bohrung füllen, Luftblase klein halten, Bohrung verschließen. Ein Probelauf über Nacht auf einem Küchentuch zeigt, ob alles dicht ist.
6. Gehäuse gestalten
Holz lässt sich ölen oder lackieren, PVC mit Sprühlack oder Leder umwickeln, Pappe bekleben. Ein kleiner Ständer aus Holz macht das Kaleidoskop zum Tischobjekt.
Qualitätscheck
| Prüfen | Gut, wenn … |
|---|---|
| Kanten | keine dunklen Linien im Bild |
| Mitte | das Muster ist rund und nicht verzogen |
| Helligkeit | auch die äußeren Segmente sind noch farbig |
| Bewegung | die Teile fallen leicht und nicht als Klumpen |
| Geräusch | nichts klappert im Prisma |
Schärfer geht es mit Oberflächenspiegeln aus Glas, die im Optik- oder Glashandel erhältlich sind. Sie haben keine Doppelbilder – das sieht man besonders in den äußeren Segmenten.
Wer lieber ein fertiges Stück in dieser Qualität kauft: Die Beiträge Kaleidoskope aus Messing und Kaleidoskop für Erwachsene zeigen, woran man es erkennt.
Häufige Fragen
Welche Spiegel sind für ein Kaleidoskop am besten?
Glas-Oberflächenspiegel für höchste Schärfe, Acrylspiegel für Bruchsicherheit und einfache Verarbeitung.
Womit füllt man eine Ölkammer?
Mit klarem Glycerin oder klarem, farblosem Öl. Die Kammer muss absolut dicht sein.